Alle Kerzen
Hier sehen Sie alle Gedenk- und Trauerkerzen, welche auf Kerze-anzuenden.de entzündet wurden. Wenn Sie den Wunsch haben, den heutigen Tag mit diesem schönen Ritual anzugehen, können Sie jetzt hier eine virtuelle Kerze anzünden.
Alle Kerzen | Goldene Kerzen | Beliebte Kerzen | Nach Mitgefühl | Sternenkinder | Erloschen | Erneut | Geburtsort | Sterbeort | Sternzeichen
Am 05.11.2015 um 18:29 Uhr
wurde von Christina eine Kerze entzündet.
wurde von Christina eine Kerze entzündet.
Eine Kerze für Gottfried Schnitzler genannt Schnitti
Geboren in Aachen
Gestorben am 05.11.2015 in Aachen
Gestorben am 05.11.2015 in Aachen
Am 05.11.2015 um 18:28 Uhr
wurde von Karin und Helmut Thomas eine Kerze entzündet.
wurde von Karin und Helmut Thomas eine Kerze entzündet.
wir werden dich immer in Erinnerung behalten, hoffentlich geht es dir da wo du jetzt bist wieder gut - wir sind sehr traurig -
Eine Kerze für John Kronberg
Geboren am 28.08.1985 in Sangerhausen
Gestorben am 21.02.2015 in Naumburg
Gestorben am 21.02.2015 in Naumburg
Am 05.11.2015 um 17:54 Uhr
wurde von Anita Kronberg eine Kerze entzündet.
wurde von Anita Kronberg eine Kerze entzündet.
Was ich auch tue mein geliebter Sohn,ich muss immer,stets und ständig an Dich denken,Du fehlst so sehr.....
In Liebe Mutti
In Liebe Mutti
Eine Kerze für Günter von Kannen
Geboren am 21.08.1929 in Duisburg
Gestorben am 05.11.2013 in Herzberg am Harz
Gestorben am 05.11.2013 in Herzberg am Harz
Am 05.11.2015 um 16:35 Uhr
wurde von Stefanie Wehe eine Kerze entzündet.
wurde von Stefanie Wehe eine Kerze entzündet.
2 Jahre ist es jetzt her....und ich denke noch an Dich ...Ruhe in Frieden. ..
Eine Kerze für Flo
Gestorben am 05.11.2015 in A66
Am 05.11.2015 um 16:22 Uhr
wurde von Ly Bonhard-Lüdtke eine Kerze entzündet.
wurde von Ly Bonhard-Lüdtke eine Kerze entzündet.
Das schönste Denkmal, das ein Mensch bekommen kann,
steht in den Herzen seiner Mitmenschen.
Albert Schweitzer
steht in den Herzen seiner Mitmenschen.
Albert Schweitzer
Eine Kerze für Wilhelmine Kolassa
Geboren am 14.02.1897 in Düsseldorf
Gestorben am 01.11.1984 in Düsseldorf
Gestorben am 01.11.1984 in Düsseldorf
Am 05.11.2015 um 15:58 Uhr
wurde von Gitta Guttenbach eine Kerze entzündet.
wurde von Gitta Guttenbach eine Kerze entzündet.
Unvergessen, meine liebe Oma
Eine Kerze für Hans Kolassa
Geboren am 25.12.1922 in Düsseldorf
Gestorben am 15.09.1994 in Düsseldorf
Gestorben am 15.09.1994 in Düsseldorf
Am 05.11.2015 um 15:57 Uhr
wurde von Gitta Guttenbach eine Kerze entzündet.
wurde von Gitta Guttenbach eine Kerze entzündet.
Unvergessen, lieber Papa
Eine Kerze für Marianne Kolassa
Geboren am 15.08.1926 in Schnecken/Fleissen
Gestorben am 28.04.1973 in Düsseldorf
Gestorben am 28.04.1973 in Düsseldorf
Am 05.11.2015 um 15:56 Uhr
wurde von Gitta Guttenbach eine Kerze entzündet.
wurde von Gitta Guttenbach eine Kerze entzündet.
Unvergessen, meine liebe Mama
Eine goldene Kerze für Wilhelmine Kolassa
Geboren am 14.02.1897 in Düsseldorf
Gestorben am 01.11.1984 in Düsseldorf
Gestorben am 01.11.1984 in Düsseldorf
Am 05.11.2015 um 15:49 Uhr
wurde von Gitta Guttenbach eine Kerze entzündet.
wurde von Gitta Guttenbach eine Kerze entzündet.
In ewigem Gedenken, liebe Oma
Eine goldene Kerze für Marianne Kolassa
Geboren am 15.08.1926 in Schnecken/Fleissen
Gestorben am 28.04.1973 in Düsseldorf
Gestorben am 28.04.1973 in Düsseldorf
Am 05.11.2015 um 15:40 Uhr
wurde von Gitta Guttenbach eine Kerze entzündet.
wurde von Gitta Guttenbach eine Kerze entzündet.
Meine liebe Mama, ich vergesse Dich nicht und ich vermisse Dich noch immer
Eine goldene Kerze für Hans Kolassa
Geboren am 25.12.1922 in Düsseldorf
Gestorben am 15.09.1994 in Düsseldorf
Gestorben am 15.09.1994 in Düsseldorf
Am 05.11.2015 um 15:33 Uhr
wurde von Gitta Guttenbach eine Kerze entzündet.
wurde von Gitta Guttenbach eine Kerze entzündet.
Mein lieber Papa, ich vergesse Dich nicht und ich vermisse Dich noch immer
Eine goldene Kerze für Günter Guttenbach
Geboren am 13.06.1938 in Düsseldorf
Gestorben am 27.12.2012 in Neuss
Gestorben am 27.12.2012 in Neuss
Am 05.11.2015 um 15:27 Uhr
wurde von Gitta Guttenbach eine Kerze entzündet.
wurde von Gitta Guttenbach eine Kerze entzündet.
Unvergessen...
Eine Kerze für Günter Guttenbach
Geboren am 13.06.1938 in Düsseldorf
Gestorben am 27.12.2012 in Neuss
Gestorben am 27.12.2012 in Neuss
Am 05.11.2015 um 15:25 Uhr
wurde von Brigitte Guttenbach eine Kerze entzündet.
wurde von Brigitte Guttenbach eine Kerze entzündet.
Unvergessen...
Deine Gitta
Deine Gitta
Eine Kerze für Karl Peter Gisdepski
Geboren am 17.07.1965 in Duchroth
Gestorben am 02.11.2015 in Bad Kreuznach
Gestorben am 02.11.2015 in Bad Kreuznach
Am 05.11.2015 um 15:04 Uhr
wurde von Susi Gisdepski eine Kerze entzündet.
wurde von Susi Gisdepski eine Kerze entzündet.
Ich vermisse dich , Du wirst immer ein Teil von mir und in meinem Herzen sein ... Dein Engelchen
Eine Kerze für Kai Uwe Friedel
Geboren am 28.03.1965 in Bensberg
Gestorben am 28.08.2006 in Porz-Urbach
Gestorben am 28.08.2006 in Porz-Urbach
Am 05.11.2015 um 14:44 Uhr
wurde von Petra Matthews(ehemals Friedel) eine Kerze entzündet.
wurde von Petra Matthews(ehemals Friedel) eine Kerze entzündet.
Du wirst so sehr Vermisst
Eine Kerze für Verena Friedel
Geboren am 01.03.1986 in Köln-Porz
Gestorben am 21.04.2002 in Köln
Gestorben am 21.04.2002 in Köln
Am 05.11.2015 um 14:42 Uhr
wurde von Petra Matthews(ehemals Friedel) eine Kerze entzündet.
wurde von Petra Matthews(ehemals Friedel) eine Kerze entzündet.
Du Fehlst mir so sehr.
Mama
Mama
Eine Kerze für Kim Schlapper
Geboren am 06.06.1957 in Madison
Gestorben am 21.10.2015 in Spooner
Gestorben am 21.10.2015 in Spooner
Am 05.11.2015 um 13:29 Uhr
wurde von Thomas Flinspach eine Kerze entzündet.
wurde von Thomas Flinspach eine Kerze entzündet.
Hallo Kim,
ich hatte leider nicht die Möglichkeit mich persönlich zu verabschieden.
Machs gut - wo immer du auch jetzt bist.
Thomas
ich hatte leider nicht die Möglichkeit mich persönlich zu verabschieden.
Machs gut - wo immer du auch jetzt bist.
Thomas
Am 05.11.2015 um 10:57 Uhr
wurde eine Kerze entzündet.
wurde eine Kerze entzündet.
Es gibt so vieles das uns an D I C H erinnert:
Die Sterne am Himmel, die Sonnenstrahlen
am Tag, die Tropfen im Regen, die bunten
Farben des Regenbogens, die Scherben
unserer Herzen ...
Wir lieben und vermissen D I C H
und wenn wir könnten gäben wir
alle Sterne, alle Sonnenstrahlen,
alle Regentropfen um D I C H
endlich wieder bei uns zu haben ...
Du wirst von uns immer geliebt
Die Sterne am Himmel, die Sonnenstrahlen
am Tag, die Tropfen im Regen, die bunten
Farben des Regenbogens, die Scherben
unserer Herzen ...
Wir lieben und vermissen D I C H
und wenn wir könnten gäben wir
alle Sterne, alle Sonnenstrahlen,
alle Regentropfen um D I C H
endlich wieder bei uns zu haben ...
Du wirst von uns immer geliebt
Am 05.11.2015 um 10:57 Uhr
wurde eine Kerze entzündet.
wurde eine Kerze entzündet.
Ein Seelenlicht fü Dich!
In Liebe
In Liebe
Eine Kerze für Meine geliebte Mama
Geboren am 02.01.1952
Gestorben am 05.11.2013
Gestorben am 05.11.2013
Am 05.11.2015 um 10:51 Uhr
wurde von Manuela Kissner eine Kerze entzündet.
wurde von Manuela Kissner eine Kerze entzündet.
Heute vor zwei Jahren bist du verstorben!!!
Du wirst immer in meinem ❤️ sein!
Ich vermisse dich so sehr...
Du wirst immer in meinem ❤️ sein!
Ich vermisse dich so sehr...
Eine Kerze für stierschneider johann
Geboren am 12.12.1958 in spitz an der donau
Gestorben am 17.10.2014 in wien
Gestorben am 17.10.2014 in wien
Am 05.11.2015 um 10:45 Uhr
wurde von elisabeth wegscheider eine Kerze entzündet.
wurde von elisabeth wegscheider eine Kerze entzündet.
Eine Kerze für Jessica
Gestorben am 01.03.2005 in Hamburg
Am 05.11.2015 um 10:39 Uhr
wurde von Beate eine Kerze entzündet.
wurde von Beate eine Kerze entzündet.
Sie wollten normal sein und taten das Unfassbare: Die Eltern der kleinen Jessica aus Hamburg ließen ihre Tochter qualvoll verhungern und müssen nun lebenslang in Haft. Aber wie konnte es so weit kommen? Die Suche nach den Gründen lässt am Ende des Prozesses alle Beteiligten ratlos.
Hamburg - "Normal" - dieses unscheinbare Wörtchen geisterte immer wieder durch den Saal 237 des Hanseatischen Oberlandesgerichts in Hamburg. Es geht um etwas extrem Abnormales, den qualvollen Tod der kleinen Jessica, die am 1. März 2005 im Alter von sieben Jahren starb. Das völlig ausgezehrte Kind erstickte am eigenen Erbrochenen.
Laut Gutachten verlief die Entwicklung des Kindes zunächst "normal", Jessica bekam "normal" zu essen, konnte laufen, allein zur Toilette gehen, ein paar Wörter sprechen. Doch aus der relativen Normalität wurde das blanke Grauen. Am Ende steht ein Urteil: Die Eltern, Marlies Sch., 36, und Burkhard M., 50, werden des Mordes durch Unterlassen schuldig gesprochen und zu lebenslänglichen Haftstrafen verurteilt.
Die beiden haben ihre Tochter Jessica über Jahre hinweg vernachlässigt, eingesperrt und gequält. Die Aussagen der Eltern sind sehr widersprüchlich. Beide haben sich immerhin geäußert, Vater M. nur bei der Polizei, Mutter Sch. sagte auch vor Gericht aus. Nach Überzeugung des Gerichts haben sie ihre Tochter Jessica sterben lassen, gefühllos, mitleidlos, nur geleitet von Eigennutz.
Gleichgültigkeit angesichts des Grauens
"Handlungen wie diese übersteigen eigentlich die Vorstellungskraft", sagt der Vorsitzende Richter Gerhard Schaberg. "Was Jessica erdulden musste, ist furchtbar." Die Eltern hören dies alles, die Aufzählung der Grausamkeiten, das entsetzte Raunen im Publikum, das Urteil "lebenslänglich". Sie reagieren nicht. Man hätte sie an den Schultern greifen und schütteln mögen, ihnen zurufen, dass sie es sind, um die es hier geht.
Doch Vater Burkhard M. sitzt in Jeans und weißem Shirt apathisch auf der Anklagebank und starrt teilnahmslos vor sich hin. Einmal - der Richter spricht gerade darüber, dass M. genau Bescheid wusste über Jessicas Zustand - schüttelt er schlapp den Kopf. Wüsste man es nicht besser, man würde nicht auf den Gedanken kommen, dass es seine Tochter ist, die diesen grausigen Tod sterben musste, und dass er es war, der dazu beigetragen hat. Dass er überhaupt etwas mit dieser Gerichtsverhandlung zu tun hat. M. starrt ins Leere.
"Zug ins Verhängnis"
Marlies Sch. hockt, wie an allen anderen Verhandlungstagen auch, zusammengesunken an einem Tisch, der quer zur Anklagebank steht. Sie dreht den Zuschauern den Rücken zu, die rechte Hand verdeckt das Gesicht, der Kopf ist zur Seite gewandt, der Blick an die Wand geheftet. Es scheint, als wolle sie sich selbst vorgaukeln, dass man sie so nicht sehen könne. Ihr Gesicht hält sie sorgsam vor den Blicken anderer verborgen. Eine Reaktion auf irgendetwas, das im Saal geschieht, ist nicht zu erkennen.
Der Bruch, mit dem normales Verhalten zu krass abnormem wurde, geschah vermutlich nach einem Umzug, als Sch. und M. mit dem drei Jahre alten Kind eine gemeinsame Wohnung im Hamburger Stadtteil Jenfeld bezogen. Das Paar verlor durch den Umzug ein halbwegs intaktes soziales Netz. Ein schleichender Prozess begann, und im Lauf der Zeit wurde Jessicas Leben zum blanken Grauen. "Der Zug ins Verhängnis nahm langsam Fahrt auf" - so formuliert es Richter Schaberg.
Das Mädchen vegetierte in seinen letzten Lebensjahren im Dämmerlicht dahin, eingesperrt in ein Zimmer, dessen Fenster zugeschraubt und mit Folie abgeklebt waren. Aus der Wand ragte ein blanker Draht, der unter Spannung stand. Es gab kein Licht immer Zimmer, Schimmel wucherte an der Decke, es roch muffig. Die Polizei stellte später fest, dass der Putz bis zu einer Höhe von 1,10 Metern von der Wand gekratzt war. Der Teppich war an vielen Stellen aufgedröselt oder zerrissen. Jessica soll in ihrer Not die Flusen gegessen haben. Während Jessica in ihrem Verlies unvorstellbare Qualen litt, gingen ihre Eltern aus. Das Kind sollte dabei nicht stören. "Sie wollten ihr eigenes Leben in Kneipen, bei Freunden oder beim Dartspielen leben", sagt Schaberg.
Fotos von der Katze, nicht vom Kind
Es gibt keine Fotos von Jessica aus der Zeit nach dem Umzug. Warum? Der Fotoapparat sei kaputt gegangen, haben die Eltern behauptet. Das sei gelogen, sagt Schaberg. Denn es gibt sehr wohl Aufnahmen aus dieser Zeit. Sie zeigen nur nicht Jessica. Auf den Fotos ist der Kater zu sehen, den sich M. und Sch. zulegten. "Die Katze bekam etwas zu fressen, Jessica musste hungern; die Katze durfte sich in der Wohnung frei bewegen, Jessica war in einem modrigen Zimmer eingesperrt", sagt Schaberg. Neben die körperliche Vernachlässigung sei mehr und mehr die seelische Qual für das Kind getreten.
Nach Überzeugung des Gerichts waren sich sowohl Mutter als auch Vater darüber im Klaren, dass es falsch ist, was sie tun. Dass man Kinder füttern muss, mit ihnen spielen und an die frische Luft gehen muss, dass man sie nicht in dunklen Zimmern einsperren darf. Beide hätten genau gewusst, dass Jessica sterben würde, wenn sie nichts änderten, und dies hätten billigend in Kauf genommen, sagte der Richter.
Marlies Sch. erlebte selbst eine schreckliche Kindheit und wurde immer wieder von ihrer trinkenden Mutter gedemütigt. Sch. empfinde ihrer Mutter gegenüber glühenden Hass und habe mit der eigenen Mutterrolle zunehmend überfordert gefühlt, sagt der Richter. Kinder habe sie als Feinde wahrgenommen, die abgewehrt werden müssten.
"Gefühlsmäßig verarmt und fatalistisch"
Burkhard M. hatte gegenüber seinem psychiatrischen Gutachter behauptet, ihm sei Jessicas Zustand nicht bekannt gewesen, er habe sie vor ihren Tod mehrere Monate nicht gesehen. Auch das ist falsch, urteilt das Gericht. Er habe "hinter der Fassade eines intakten Familienlebens" verschleiert, wie es seiner Tochter tatsächlich ging. Einem Kollegen erzählte er etwa stolz von der Einschulung seines Kindes, die es nie gab. M. sei ein "gefühlsmäßig verarmter und fatalistischer Mann", habe sich aber dennoch aktiv am Mord beteiligt. Er könne sich nicht darauf berufen, nichts gewusst zu haben. Die Stromfalle im Zimmer des Kindes, ein blanker Draht, der unter Spannung stand und weit aus der Wand ragte, habe M. angebracht. Zu diesem Zeitpunkt hätten sie gemeinschaftlich den Tod ihrer Tochter in Kauf genommen. Beide hätten gehofft, dass Jessica den Draht anfasst und an einem Stromschlag stirbt. "Der Zug war nicht mehr aufzuhalten", sagt Schaberg.
Das Gericht folgte mit dem Urteil den Forderungen der Staatsanwaltschaft. Die Verteidiger, die auf Körperverletzung mit Todesfolge plädiert hatten, sind mit dem Urteil nicht zufrieden. Beide wollen in den nächsten Tagen prüfen, ob eine Revision in Frage kommt. Eine Antwort auf das Warum hat keiner der Beteiligten gefunden. "Eine solche Tat macht auch ein Schwurgericht ratlos", sagte der Vorsitzende Richter. Das Leben sei unerklärlich, chaotisch und voller Grausamkeiten, die Menschen anderen antun. "Das Gericht weiß auch keine genaue Antwort."
Normal wollten Marlies Sch. und Burkhard M. immer sein, ein normales Leben führen wie alle anderen. Warum ihnen das nun ganz und gar nicht gelungen ist, darauf wird es womöglich keine zufrieden stellende Antwort geben. Leben und Sterben der kleinen Jessica hatten nichts mit Normalität zu tun. Das Streben nach dem Durchschnitt ist fatal gescheitert, und vielleicht sehnt man sich gerade deswegen so sehr nach einer Antwort.
Hamburg - "Normal" - dieses unscheinbare Wörtchen geisterte immer wieder durch den Saal 237 des Hanseatischen Oberlandesgerichts in Hamburg. Es geht um etwas extrem Abnormales, den qualvollen Tod der kleinen Jessica, die am 1. März 2005 im Alter von sieben Jahren starb. Das völlig ausgezehrte Kind erstickte am eigenen Erbrochenen.
Laut Gutachten verlief die Entwicklung des Kindes zunächst "normal", Jessica bekam "normal" zu essen, konnte laufen, allein zur Toilette gehen, ein paar Wörter sprechen. Doch aus der relativen Normalität wurde das blanke Grauen. Am Ende steht ein Urteil: Die Eltern, Marlies Sch., 36, und Burkhard M., 50, werden des Mordes durch Unterlassen schuldig gesprochen und zu lebenslänglichen Haftstrafen verurteilt.
Die beiden haben ihre Tochter Jessica über Jahre hinweg vernachlässigt, eingesperrt und gequält. Die Aussagen der Eltern sind sehr widersprüchlich. Beide haben sich immerhin geäußert, Vater M. nur bei der Polizei, Mutter Sch. sagte auch vor Gericht aus. Nach Überzeugung des Gerichts haben sie ihre Tochter Jessica sterben lassen, gefühllos, mitleidlos, nur geleitet von Eigennutz.
Gleichgültigkeit angesichts des Grauens
"Handlungen wie diese übersteigen eigentlich die Vorstellungskraft", sagt der Vorsitzende Richter Gerhard Schaberg. "Was Jessica erdulden musste, ist furchtbar." Die Eltern hören dies alles, die Aufzählung der Grausamkeiten, das entsetzte Raunen im Publikum, das Urteil "lebenslänglich". Sie reagieren nicht. Man hätte sie an den Schultern greifen und schütteln mögen, ihnen zurufen, dass sie es sind, um die es hier geht.
Doch Vater Burkhard M. sitzt in Jeans und weißem Shirt apathisch auf der Anklagebank und starrt teilnahmslos vor sich hin. Einmal - der Richter spricht gerade darüber, dass M. genau Bescheid wusste über Jessicas Zustand - schüttelt er schlapp den Kopf. Wüsste man es nicht besser, man würde nicht auf den Gedanken kommen, dass es seine Tochter ist, die diesen grausigen Tod sterben musste, und dass er es war, der dazu beigetragen hat. Dass er überhaupt etwas mit dieser Gerichtsverhandlung zu tun hat. M. starrt ins Leere.
"Zug ins Verhängnis"
Marlies Sch. hockt, wie an allen anderen Verhandlungstagen auch, zusammengesunken an einem Tisch, der quer zur Anklagebank steht. Sie dreht den Zuschauern den Rücken zu, die rechte Hand verdeckt das Gesicht, der Kopf ist zur Seite gewandt, der Blick an die Wand geheftet. Es scheint, als wolle sie sich selbst vorgaukeln, dass man sie so nicht sehen könne. Ihr Gesicht hält sie sorgsam vor den Blicken anderer verborgen. Eine Reaktion auf irgendetwas, das im Saal geschieht, ist nicht zu erkennen.
Der Bruch, mit dem normales Verhalten zu krass abnormem wurde, geschah vermutlich nach einem Umzug, als Sch. und M. mit dem drei Jahre alten Kind eine gemeinsame Wohnung im Hamburger Stadtteil Jenfeld bezogen. Das Paar verlor durch den Umzug ein halbwegs intaktes soziales Netz. Ein schleichender Prozess begann, und im Lauf der Zeit wurde Jessicas Leben zum blanken Grauen. "Der Zug ins Verhängnis nahm langsam Fahrt auf" - so formuliert es Richter Schaberg.
Das Mädchen vegetierte in seinen letzten Lebensjahren im Dämmerlicht dahin, eingesperrt in ein Zimmer, dessen Fenster zugeschraubt und mit Folie abgeklebt waren. Aus der Wand ragte ein blanker Draht, der unter Spannung stand. Es gab kein Licht immer Zimmer, Schimmel wucherte an der Decke, es roch muffig. Die Polizei stellte später fest, dass der Putz bis zu einer Höhe von 1,10 Metern von der Wand gekratzt war. Der Teppich war an vielen Stellen aufgedröselt oder zerrissen. Jessica soll in ihrer Not die Flusen gegessen haben. Während Jessica in ihrem Verlies unvorstellbare Qualen litt, gingen ihre Eltern aus. Das Kind sollte dabei nicht stören. "Sie wollten ihr eigenes Leben in Kneipen, bei Freunden oder beim Dartspielen leben", sagt Schaberg.
Fotos von der Katze, nicht vom Kind
Es gibt keine Fotos von Jessica aus der Zeit nach dem Umzug. Warum? Der Fotoapparat sei kaputt gegangen, haben die Eltern behauptet. Das sei gelogen, sagt Schaberg. Denn es gibt sehr wohl Aufnahmen aus dieser Zeit. Sie zeigen nur nicht Jessica. Auf den Fotos ist der Kater zu sehen, den sich M. und Sch. zulegten. "Die Katze bekam etwas zu fressen, Jessica musste hungern; die Katze durfte sich in der Wohnung frei bewegen, Jessica war in einem modrigen Zimmer eingesperrt", sagt Schaberg. Neben die körperliche Vernachlässigung sei mehr und mehr die seelische Qual für das Kind getreten.
Nach Überzeugung des Gerichts waren sich sowohl Mutter als auch Vater darüber im Klaren, dass es falsch ist, was sie tun. Dass man Kinder füttern muss, mit ihnen spielen und an die frische Luft gehen muss, dass man sie nicht in dunklen Zimmern einsperren darf. Beide hätten genau gewusst, dass Jessica sterben würde, wenn sie nichts änderten, und dies hätten billigend in Kauf genommen, sagte der Richter.
Marlies Sch. erlebte selbst eine schreckliche Kindheit und wurde immer wieder von ihrer trinkenden Mutter gedemütigt. Sch. empfinde ihrer Mutter gegenüber glühenden Hass und habe mit der eigenen Mutterrolle zunehmend überfordert gefühlt, sagt der Richter. Kinder habe sie als Feinde wahrgenommen, die abgewehrt werden müssten.
"Gefühlsmäßig verarmt und fatalistisch"
Burkhard M. hatte gegenüber seinem psychiatrischen Gutachter behauptet, ihm sei Jessicas Zustand nicht bekannt gewesen, er habe sie vor ihren Tod mehrere Monate nicht gesehen. Auch das ist falsch, urteilt das Gericht. Er habe "hinter der Fassade eines intakten Familienlebens" verschleiert, wie es seiner Tochter tatsächlich ging. Einem Kollegen erzählte er etwa stolz von der Einschulung seines Kindes, die es nie gab. M. sei ein "gefühlsmäßig verarmter und fatalistischer Mann", habe sich aber dennoch aktiv am Mord beteiligt. Er könne sich nicht darauf berufen, nichts gewusst zu haben. Die Stromfalle im Zimmer des Kindes, ein blanker Draht, der unter Spannung stand und weit aus der Wand ragte, habe M. angebracht. Zu diesem Zeitpunkt hätten sie gemeinschaftlich den Tod ihrer Tochter in Kauf genommen. Beide hätten gehofft, dass Jessica den Draht anfasst und an einem Stromschlag stirbt. "Der Zug war nicht mehr aufzuhalten", sagt Schaberg.
Das Gericht folgte mit dem Urteil den Forderungen der Staatsanwaltschaft. Die Verteidiger, die auf Körperverletzung mit Todesfolge plädiert hatten, sind mit dem Urteil nicht zufrieden. Beide wollen in den nächsten Tagen prüfen, ob eine Revision in Frage kommt. Eine Antwort auf das Warum hat keiner der Beteiligten gefunden. "Eine solche Tat macht auch ein Schwurgericht ratlos", sagte der Vorsitzende Richter. Das Leben sei unerklärlich, chaotisch und voller Grausamkeiten, die Menschen anderen antun. "Das Gericht weiß auch keine genaue Antwort."
Normal wollten Marlies Sch. und Burkhard M. immer sein, ein normales Leben führen wie alle anderen. Warum ihnen das nun ganz und gar nicht gelungen ist, darauf wird es womöglich keine zufrieden stellende Antwort geben. Leben und Sterben der kleinen Jessica hatten nichts mit Normalität zu tun. Das Streben nach dem Durchschnitt ist fatal gescheitert, und vielleicht sehnt man sich gerade deswegen so sehr nach einer Antwort.
Am 05.11.2015 um 09:31 Uhr
wurde von stephanie ganowski eine Kerze entzündet.
wurde von stephanie ganowski eine Kerze entzündet.
Nur wer vergessen wird ist wirklich Tod......niemand wird dich aber je vergessen
Ruhe in Frieden Digger
Ruhe in Frieden Digger
Eine Kerze für Susanne Steffen
Geboren am 12.02.1964 in Essen
Gestorben am 08.07.2015 in Essen
Gestorben am 08.07.2015 in Essen
Am 05.11.2015 um 09:16 Uhr
wurde von Margit Wessels eine Kerze entzündet.
wurde von Margit Wessels eine Kerze entzündet.
Wir werden dich vermissen
Eine Kerze für Mike B.
Geboren am 05.11.1980 in Berlin
Gestorben am 30.04.1997 in Berlin
Gestorben am 30.04.1997 in Berlin
Am 05.11.2015 um 08:27 Uhr
wurde von Anne S. eine Kerze entzündet.
wurde von Anne S. eine Kerze entzündet.
Lieber Mike!
Du bleibst unvergessen!
Ich denke gerade heute sehr an Dich!
Schicke einen ganz lieben Gruß zu Dir in den Himmel!
Und erinnere mich an Dein herzhaftes Lachen...
Deine Anne
Du bleibst unvergessen!
Ich denke gerade heute sehr an Dich!
Schicke einen ganz lieben Gruß zu Dir in den Himmel!
Und erinnere mich an Dein herzhaftes Lachen...
Deine Anne